Video anonymisieren statt streiten: KI-Plattform BlurMe bringt den dritten Weg in Deutschlands Überwachungsdebatte

Bahnsteig an einem deutschen Bahnhof mit zahlreichen wartenden Reisenden, deren Gesichter automatisch unkenntlich gemacht wurden – Demonstration der KI-gestützten Video-Anonymisierung von BlurMe

Automatische Gesichtsanonymisierung mit BlurMe an einem deutschen Bahnhof. Foto: Helen/Pexels, Bearbeitung: BlurMe Inc.

Screenshot der BlurMe-Benutzeroberfläche auf Deutsch, in der die Gesichter zweier Personen auf einem Bahnsteig automatisch verpixelt werden.

Die BlurMe-Plattform auf Deutsch: Gesichter werden automatisch erkannt und verpixelt. Quelle: BlurMe Inc.

KI-Plattform BlurMe startet in Deutschland: Gesichter und Kfz-Kennzeichen in Videos automatisch verpixeln – DSGVO-konform und ohne manuellen Aufwand.

Anonymisiertes Videomaterial ist kein toter Datensatz, sondern ein echter Mehrwert – frei nutzbar für Analyse und Weitergabe, ohne biometrische Daten vorzuhalten.”
— Julian Seo, CEO of BlurMe Inc.
BERLIN, GERMANY, June 26, 2026 /EINPresswire.com/ -- BlurMe Inc., Anbieter einer KI-gestützten Plattform zur automatischen Anonymisierung von Videomaterial, startet ab sofort offiziell auf dem deutschen Markt. Zum Marktstart stehen eine deutschsprachige Produktseite eine deutschsprachige Benutzeroberfläche und deutschsprachiger Support bereit. Die Lösung erkennt Gesichter und Kfz-Kennzeichen in Videoaufnahmen vollautomatisch und verpixelt sie – damit können Unternehmen, Verkehrsbetriebe und Behörden ihr Videomaterial DSGVO-konform nutzen, weitergeben und auswerten, ohne dauerhaft biometrische Daten vorzuhalten. Die Plattform ist bereits bei der südkoreanischen Staatsbahn KORAIL im Einsatz, die sie zur Anonymisierung von CCTV-Aufnahmen in Zügen und an 200 Bahnhöfen landesweit nutzt. Darüber hinaus setzen mehr als 500 US-Bildungseinrichtungen BlurMe zum Schutz von Schülerdaten ein.

Der Marktstart fällt in eine Phase, in der Deutschland eine der intensivsten Debatten über biometrische Videoüberwachung seit Jahren führt. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt sprach sich im März 2026 dafür aus, deutsche Bahnhöfe mit KI-Kameras zur biometrischen Gesichtserkennung auszustatten – vor dem Hintergrund von rund 27.800 polizeilich erfassten Gewaltdelikten an Bahnhöfen im Jahr 2025. In Frankfurt werden bereits seit Mitte 2025 die Bilder von rund 50 Kameras im Bahnhofsviertel in Echtzeit zur Gesichtserkennung ausgewertet; zugleich ist der Einsatz biometrischer Erkennung im öffentlichen Raum rechtlich umstritten.

Organisationen, die Videomaterial lediglich speichern, stehen derweil vor dem umgekehrten Problem: Sobald ein Gesicht oder ein Kennzeichen erkennbar ist, gilt eine Aufnahme als personenbezogenes – und im Fall von Gesichtern häufig biometrisches – Datum und unterliegt der vollen DSGVO. Hinzu kommen das BDSG sowie die Hochrisiko-Anforderungen der EU-KI-Verordnung an Systeme zur Verarbeitung biometrischer Daten, deren Anwendung zuletzt auf Ende 2027 verschoben wurde. Unabhängig davon gelten DSGVO und BDSG für identifizierbares Videomaterial bereits heute uneingeschränkt – die Anonymisierung von Bestandsvideo gilt in der deutschen Datenschutzberatung deshalb als zunehmend dringlich.

BlurMe setzt genau hier an – jenseits der Debatte um mehr oder weniger Erkennung. Statt darüber zu streiten, ob Kameras Gesichter identifizieren sollen oder nicht, macht die Plattform eine Identifizierung von vornherein unmöglich – ohne dabei Originalaufnahmen zu zerstören. Der rechtliche Hebel dafür: Erwägungsgrund 26 der DSGVO stellt klar, dass anonymisierte Daten nicht mehr in den Anwendungsbereich der Verordnung fallen. Wer Gesichter und Nummernschilder zuverlässig unkenntlich macht, verwandelt rechtlich heikles Videomaterial in frei verwendbare Daten – nutzbar für die Herausgabe nach einem Auskunftsersuchen, für die Weitergabe an Versicherungen, Behörden oder Medien und für die Auswertung mit KI. Anonymisierung ist damit nicht nur Pflichterfüllung, sondern „Privacy by Design": Wo keine Person mehr identifizierbar ist, entstehen viele dieser Pflichten gar nicht erst.

Besonders betroffen sind Organisationen mit großen Kamerabeständen: Verkehrsbetriebe, Einzelhandelsketten, Stadien, Fuhrparks mit Dashcams sowie Behörden. Verlangt eine Person nach einem Vorfall gemäß Art. 15 DSGVO Auskunft und Herausgabe der sie betreffenden Aufnahmen, müssen zuvor alle unbeteiligten Dritten im Bild geschwärzt werden – ein Vorgang, der bei tausenden Stunden Videomaterial manuell kaum zu bewältigen ist. Die Verletzung des Auskunftsrechts zählt zu den häufigsten Beschwerdegründen bei den Aufsichtsbehörden; wegen zu langer Speicherung oder fehlender Folgenabschätzung haben deutsche Datenschutzbehörden zudem wiederholt Bußgelder verhängt.

BlurMe erkennt Gesichter und Kfz-Kennzeichen automatisch und verpixelt sie ohne manuellen Aufwand. In Leitständen und Kontrollräumen lässt sich per Knopfdruck zwischen anonymisierter und nicht anonymisierter Ansicht umschalten – die Originalaufnahmen werden separat und sicher gespeichert. Muss Videomaterial herausgegeben werden, etwa nach einem Auskunftsersuchen gemäß Art. 15 DSGVO, erzeugt die Plattform automatisch eine anonymisierte Exportversion, in der unbeteiligte Dritte unkenntlich sind. Die Lösung funktioniert ohne Softwareinstallation, direkt im Browser oder per API-Anbindung an bestehende Systeme. Die Verarbeitung erfolgt auf Servern innerhalb der EU (AWS-Region Europa); ein Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) nach Art. 28 DSGVO steht bereit. Für Enterprise-Kunden stehen Stapelverarbeitung, White-Label-Optionen und dedizierter Support bereit; die Oberfläche ist auf Deutsch verfügbar. Weltweit verarbeitet die Plattform monatlich über 90.000 Videodateien.

„In Deutschland wird Anonymisierung oft als reine Kostenstelle gesehen – als etwas, das man erledigen muss, bevor man Daten löscht oder herausgibt", sagt Julian Seo, CEO von BlurMe Inc. „Wir drehen das um: Anonymisiertes Videomaterial ist kein toter Datensatz, sondern ein Unternehmenswert – frei nutzbar für Analysen, Weitergabe und KI-Auswertung, ohne biometrische Daten vorzuhalten."

Die südkoreanische Staatsbahn KORAIL setzt BlurMe in Zügen und an 200 Bahnhöfen für die CCTV-Anonymisierung ein; die Bezirksverwaltung Jongno-gu der Stadt Seoul nutzt die Plattform für kommunale Überwachungskameras. Weitere Anwender sind über 500 US-Bildungseinrichtungen, das koreanische National Medical Center und der Automobilzulieferer Hyundai AutoEver. In Europa nutzen unter anderem ein französisches Logistikunternehmen und weitere Organisationen in Deutschland und der EU die Plattform bereits.

„Ein Blick nach Südkorea zeigt, wie das in der Praxis funktioniert", ergänzt Jaemin Kang, CSO von BlurMe Inc. „Korea hat eines der strengsten Datenschutzgesetze weltweit und gleichzeitig eine der höchsten CCTV-Dichten – allein in öffentlichen Verkehrs- und Verwaltungseinrichtungen werden Millionen von Kameras betrieben. Die Antwort auf diesen Widerspruch sind Lösungen wie unsere. Bei KORAIL anonymisieren wir CCTV-Aufnahmen aus Zügen und 200 Bahnhöfen; bei der Bezirksverwaltung Jongno-gu in Seoul schützt die Plattform die Aufnahmen kommunaler Überwachungskameras. Dieses Modell – strenger Datenschutz bei gleichzeitig intensiver Datennutzung – ist genau das, worauf sich Deutschland gerade zubewegt."

Über BlurMe Inc.
BlurMe Inc. (Gruppengesellschaft: Jarasoft Inc.) ist ein 2020 gegründetes KI-Unternehmen mit Entwicklungszentrum in Seoul, Südkorea. Die cloudbasierte Plattform anonymisiert Videoinhalte automatisiert und verarbeitet monatlich weltweit über 90.000 Dateien. Weitere Informationen: blur.me/de

Jaemin Kang, Presse DACH & Europa
BlurMe Inc.
content@blur.me

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